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Schwarzarbeit und Sozialbetrug am Bau kosten Staat rund 850.000 Euro

Kontrollbilanz des Hamburger Zolls für 2019 vorgelegt

Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit werden auf Baustellen oft "fündig" (Foto: IG BAU).
Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit werden auf Baustellen oft "fündig" (Foto: IG BAU).
01.08.2020
Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Lohn-Prellerei in der Baubranche haben in Hamburg auch 2019 einen enormen Schaden verursacht. Das teilt die Gewerkschaft IG BAU mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums. Danach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Hamburg im vergangenen Jahr insgesamt 254 Baufirmen und leiteten 242 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen rund 850.000 Euro.

IG BAU-Bezirkschef Matthias Maurer spricht von einem „erschreckenden Ausmaß krimineller Energie“. Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel. „Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Coronakrise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur auch in der Stadtist“, so der Vorsitzende der IG BAU Hamburg.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau-Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent.„Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dazu muss sich die ganze Branche bekennen, wenn sie ihren Ruf nicht verspielen will“, so der Gewerkschafter. Die Arbeitgeber hätten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch stärker in den Blick nehme. „Es kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auch auf die Qualität. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal“, so Maurer. Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Hamburg zu Jahresbeginn lediglich 166 Planstellen besetzt. Die Zollstatistik geht auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Bündnis 90/Die Grünen) zurück. Die Arbeitsmarktpolitikerin stellt gegenüber der IG BAU fest: „Schwarzarbeit und Lohn-Betrug sind keine Kavaliersdelikte. Der Zoll muss gestärkt werden, um flächendeckend kontrollieren und wirksam gegen illegale Machenschaften vorgehen zu können - gerade auf dem Bau."

IG BAU

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