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Das erwarten Hamburgs Gewerkschaftsmitglieder von der Politik

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger, hier 2017 beim Bezirksverbandstag der IG BAU (Foto: Harning).
Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger, hier 2017 beim Bezirksverbandstag der IG BAU (Foto: Harning).
10.12.2019
Steigende Mieten und Wohnungsnot, die Verkehrssituation, aber auch der Personalmangel in der Pflege und Betreuung, prekäre Beschäftigung und Altersarmut sind für Gewerkschaftsmitglieder die drängendsten Probleme in Hamburg. Das hat eine Online-Umfrage ergeben, deren Ergebnisse der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor wenigen Tagen veröffentlicht hat.

An der Befragung durch wmp consult – Wilke Maack hatten sich im August und September rund 4.000 Mitglieder beteiligt. Dabei kristallisierten sich folgende Schwerpunktthemen heraus:

  • Wohnungsnot und steigende Mieten sind für 70 Prozent der Befragten das bestimmende Thema.
  • Als großes Problem stufen 45% der Befragten die Situation auf Hamburgs Straßen ein. Es werden vor allem Staus, schlechte Anbindungen oder fehlende Verkehrskonzepte bemängelt.
  • Für ebenfalls jeweils 45% der Befragten gehören der Personalmangel in der Pflege und Betreuung, prekäre Beschäftigung und Altersarmut zu den größten Problemen.

Und was soll die Hamburger Politik in Zukunft besser machen?

  • Die Befragung macht deutlich, wie wichtig das Thema Arbeit für ein gutes Leben in Hamburg ist. Fünf von 10 Themen, die von den Befragten als die wichtigsten für die Hamburger Politik eingestuft wurden, betreffen die Bereiche Arbeit und Beschäftigung.
  • Ein Großteil der Befragten fordert von der Politik eine Stärkung der Tarifbindung (87%), die Eindämmung prekärer Beschäftigungsverhältnisse (84%), eine gute Personalausstattung in sozialen Einrichtungen und Krankenhäusern (83 bzw. 80%).
  • 90 Prozent wollen, dass die Politik mehr tut für bezahlbare Wohnungen. 83 Prozent fordern Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinder- und Altersarmut und 79 Prozent den Ausbau des ÖPNV.

Katja Karger (Foto: Peter Bisping).

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Mit den größten Problem-Themen dieser Stadt haben auch unsere Mitglieder zu kämpfen: Steigende Mieten fressen einen immer größeren Teil des Lohns auf und der Weg zur Arbeit wird zu einem Hindernislauf durch Baustellen, verstopfte Straßen und Bahnen. Wer bei der Bürgerschaftswahl die Stimmen unserer Mitglieder haben möchte, muss sich um bezahlbaren Wohnraum und bessere Verkehrskonzepte kümmern.“

Einen klaren Auftrag für die künftige Regierung in Hamburg sieht Karger auch im Bereich Arbeit und Soziales. „Unsichere und schlecht bezahlte Arbeit bestimmen das Leben vieler Menschen.

Wer Hamburg zukünftig regiert, muss den Arbeitgebern dieser Stadt klar machen, dass Tarifbindung die Grundlage für eine Stadt der guten Arbeit ist. Wir verlangen klare Kante gegen alle Unternehmen, die sich nicht daran halten. Egal ob über die Vergabe öffentlicher Aufträge oder bei der Wirtschaftsförderung - überall müssen tarifliche Standards das entscheidende Kriterium für die Stadt sein.“

Für eine gute Zukunft Hamburgs seien weitreichende Investitionen nötig, betont Karger: „Hamburg muss sich für eine Lockerung der Schuldenbremse auf Bundesebene einsetzen. Eine Wiedereinführung der Vermögensteuer sowie eine deutlich höhere Besteuerung von großen Erbschaften und Schenkungen sind Maßnahmen, um die öffentlichen Einnahmen zu erhöhen.“

Mit den Ergebnissen aus der Mitgliederbefragung werden der DGB Hamburg und seine acht Mitgliedsgewerkschaften Parteien und Politiker/-innen im Wahlkampf unter dem Titel „Hamburgs Zukunft wählen“ konfrontieren, u.a. auf diversen Veranstaltungen.
 
Sie fließen zudem ein in den Zukunftsdialog, den der DGB derzeit bundesweit durchführt. Wir wollen wissen, was unsere Kolleginnen und Kollegen, Nachbarinnen und Nachbarn beschäftigt. In unserem dreijährigen Beteiligungsprozess greifen wir die Impulse auf, diskutieren sie und machen uns für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen stark. Mehr Informationen: redenwirueber.de.

Felix Hoffmann / DGB Hamburg

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