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"Die Herausforderungen sind groß, aber wir sind größer!"
Neuer Bezirksvorstand im Amt, Delegierte gewählt
Das allerdings scheint zur Zeit noch in weiter Ferne: zwar verhandeln Senat und Gewerkschaften - allen voran die IG BAU - seit Jahren über ein neues Gesetzeswerk. Eine Regelung aber, bei der auch kleine und mittlere Auftragssummen Tariftreue erfordern, wird von Rot-Grün aber nachdrücklich abgelehnt. Damit würde Hamburg auch weiterhin sowohl das kürzlich verabschiedete Bundestariftreuegesetz, als auch die meisten bereits existierenden Länderregelungen unterlaufen - selbst die in CDU-regierten Ländern.
Für DGB-Chefin Tanja Chawla kein akzeptabler Zustand: "Öffentliche Aufträge müssen ab dem ersten Euro an Tariftreue gebunden werden", sprach sie den Delegierten aus der Seele. Hamburg sei eine weltoffene, wachsende Stadt mit einer enormen Wirtschaftskraft - und trotzdem auch eine Stadt, in der die Tarifbindung stetig sinke.
Getragen werde die Gesellschaft von "Menschen, die morgens aufstehen, den Laden am Laufen halten und die trotzdem merken, dass etwas unsicher geworden ist". Wer aber in unsicheren Zeiten Sicherheit wolle, so Chawla weiter, brauche starke Gewerkschaften. "Die Herausforderungen sind groß", rief sie den im Wilhelmsburger Bürgerhaus versammelten IG BAU-Gewerkschafter*innen abschließend zu. "Aber wir sind größer".
Ähnlich äußerten sich anschließend auch BAU-Regionalleiter Dirk Johne und der stellvertretende Bezirksvorsitzende Alexander Kahl. Während Kahl den Geschäftsbericht des Vorstands vorstellte und eine künftig noch stärkere Betonung der Betriebsgruppen ankündigte, freute sich Johne zuletzt über die Tarifabschlüsse der von der IG BAU betreuten Branchen: "Tarifpolitik ist ganz konkrete soziale Gestaltung - und die IG BAU hat abgeliefert". Der Abschluss im Bauhauptgewerbe 2024 sei der höchste aller Einzelgewerkschaften gewesen und habe ein starkes Signal gesetzt: "Tarifbindung lohnt sich, gemeinsam sind wir durchsetzungsfähig!".
Herausforderungen sieht Johne vor allem im sozialen Bereich und der allgemeinen gesellschaftspolitischen Lage: "Soziale Sicherheit ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält und Schutz vor Radikalisierung". Er fordert daher "massive Investitionen in Energetische Sanierung, mehr qualifizierte Arbeit und mehr kommunalen- und genossenschaftlichen Wohnungsbau und eine Politik, die Wohnraum als soziales Grundbedürfnis ansieht." Zu erreichen sei dies alles nur in einer demokratischen Gesellschaft. "Die AfD", warnt Johne, "ist eine Partei, die gegen Mitbestimmung, gegen den Mindestlohn, gegen unsere Sozialkassen ist".
Im Anschluss an die Grußworte und Geschäftsberichte wählte der alle vier Jahre stattfindende Bezirksverbandstag einen neuen Vorstand für die IG BAU Hamburg und Delegierte zum (Bundes-)Gewerkschaftstag. Dabei blieben Überraschungen weitgehend aus. Erkennbar aber war die Verjüngung der Organisation: Mit 49 Jahren lag das Durchschnittsalter der Delegierten deutlich niedriger, als bei den letzten Verbandstagen. Mit Marlon Schefczyk und Hugo Felix Ohle wurden gleich zwei Vertreter der Jungen BAU in den Bezirksvorstand gewählt - wobei Schefczy der "Jungen BAU" jüngst entwachsen ist.
Die Junge BAU war es dann auch, die den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte: In mehreren Anträgen - unter anderem einem Initiativantrag, wandte sich der IG BAU-Nachwuchs gegen die Wehrpflicht und gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Zwar leiteten die Delegierten nur das Thema Wehrpflicht an den Gewerkschaftstag weiter, der Antrag gegen die Ausweitung Deutschlands (und für Soziale Sicherheit) wurde aber immerhin als Stellungnahme des Bezirksverbandstags beschlossen.
Olaf Harning












