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Gedenkveranstaltung zum Workers Memorial Day

Kundgebung der Jungen BAU Hamburg

Workers Memorial Day 2025
Die zentrale Gedenkveranstaltung zum Workers´ Memorial Day findet dieses Jahr in Würzburg statt. In Hamburg mobilisiert die Junge BAU zu einer Kundgebung in die Neue Große Bergstraße (Grafik: IG BAU).
21.04.2026
Nachrichten

Am diesjährigen Workers Memorial Day ruft die Junge BAU Hamburg zu einer Kundgebung in der Neuen Großen Bergstraße in Hamburg-Altona auf. Der Workers Memorial Day ist ein jährlicher Gedenktag, an dem wir an all jene Kolleg*innen erinnern, die während oder wegen ihrer Arbeit verstorben sind oder verletzt wurden. Begehen wir gemeinsam als Gewerkschaften und Arbeiter*innen den Workers Memorial Day am 28.04.!

Kundgebung zum Worker´s Memorial Day

28. April 2026, 17-19 Uhr

Neue Große Bergstraße (bei IKEA)

Alleine im Bereich der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) sind im vergangenen Jahr 55.915 meldepflichtige Unfälle passiert, 85 mit Todesopfern. Im Vergleich zu 2024 ist das zwar ein Rückgang - die Zahlen sind aber immer noch viel zu hoch. Im Baubereich gab es 2024 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) laut Angaben der zuständigen Berufsgenossenschaft in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen sogar 91.813 meldepflichtige Arbeitsunfälle. 78 Menschen sind durch einen Arbeitsunfall am Bau ums Leben gekommen.

Das sind "nur" die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher sein. Doch anstatt für noch mehr Sicherheit am Arbeitsplatz zu sorgen, plant die Bundesregierung unter dem Deckmäntelchen des Bürokratieabbaus Einsparungen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz: Sicherheitsbeauftragte sollen in kleinen und mittleren Betrieben reduziert werden.

Dabei sind sie besonders in diesen Betrieben die ersten Ansprechpartner*innen, wenn es um sichere Abläufe, Gefährdungsbeurteilungen oder den richtigen Umgang mit Maschinen, Werkzeugen und Gefahrstoffen geht. Gerade auf Baustellen, in Dachdecker-, Maurer-, Straßenbau- und Ausbau-Betrieben, im Gartenbau, in der Land- und Forstwirtschaft oder in Reinigungsobjekten sind Sicherheitsbeauftragte unverzichtbar. "Eine Verringerung ihrer Zahl schwächt den Arbeitsschutz spürbar – gerade im Handwerk, wo viele Betriebe weniger als 50 Beschäftigte haben und die Unfallzahlen bereits heute höher sind als in größeren Betrieben", kritisiert der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Carsten Burckhardt das Vorhaben. "Weniger engagierte Sicherheitsbeauftragte bedeuten weniger Aufmerksamkeit für Gefahren und damit ein höheres Unfallrisiko."

Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten machen rund 96 Prozent der Betriebe in Deutschland aus. Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten arbeiten hier. Matthias Groß, Präventionsexperte bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, verdeutlichte in einem Interview im DGUV-Kompakt: In Kleinst- und Kleinbetrieben ist das Risiko eines schweren Arbeitsunfalls "etwa zweieinhalb bis dreimal so hoch wie in den größten Betrieben. Jeder einzelne Unfall oder eine Berufskrankheit kann in einem kleinen Betrieb große Folgen haben, wenn eine Fachkraft für Wochen oder Monate ausfällt. Ein guter Arbeitsschutz liegt also im eigenen Interesse der Unternehmensführung." Und natürlich auch im Interesse der betroffenen Beschäftigten.

Kundgebung Westfielt (Foto: Harning)
Kundgebung der Jungen BAU zur Eröffnung des Westfield-Einkaufszentrums in der Hamburger Hafencity. Alleine hier sind bei Arbeitsunfällen 6 Kollegen ums Leben gekommen (Foto: Harning).

Die Gefahren am Arbeitsplatz liegen nicht nur in den sichtbaren Ursachen, wie der gebrochenen Sprosse einer Leiter oder einem wackeligen Gerüst. Stress, Arbeitsverdichtung, Angst vor Jobverlust, lange Wegezeiten - das und mehr sind Gründe für ein erhöhtes Unfallrisiko.

"Sag STOPP, wenn es gefährlich ist – Eigenverantwortung im Arbeits- und Gesundheitsschutz!"

... unter diesem Motto steht der Workers' Memorial Day am 28. April.

Zum Hintergrund: Am 28. April 1984 rief die kanadische Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst erstmals dazu auf, der im Arbeitsleben verstorbenen Kolleginnen und Kollegen zu gedenken. In mehreren Ländern ist der Workers' Memorial Day ein offizieller Gedenktag.

Auch in Deutschland ruft seit dem Jahr 2011 die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am 28. April - gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) - dazu auf, all jener Kolleginnen und Kollegen zu gedenken, die bei der Arbeit verunfallt, erkrankt oder ums Leben gekommen sind. Dieses Jahr mit einer bundesweiten Schweigeminute um 12 Uhr und einem zentralen Gottesdienst in Würzburg.

Eigenverantwortung und STOPP sagen – das erfordert mitunter viel Selbstbewusstsein sowie Kolleginnen und Kollegen, die einem den Rücken stärken. "Beschäftigte können nur sicher und professionell arbeiten, wenn Zeit, Qualifikation, Ausrüstung und Rückendeckung stimmen. Gute Arbeit heißt: Sicherheit ist selbstverständlich – und Wegschauen keine Option", betont Carsten Burckhardt. "Eigenverantwortung heißt, Probleme anzusprechen und den Betriebsrat einzubeziehen. Wo es noch keinen Betriebsrat gibt, sollte einer gewählt werden."

Arbeitsschutz beginnt immer auch bei jeder und jedem Einzelnen. Denn jeder Mensch hat nur ein Leben. Sag STOPP, wenn es gefährlich ist! 

 

Junge BAU Hamburg; IG BAU