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Zehntausende gegen die G20!

Massenproteste am Rande der Gipfel-Gewalt

Grenzenlose Beteiligung: "Handgezählt" 76.000 Menschen gingen zum Abschluss des Gipfels auf die Straße, um gegen die Politik der G20 zu protestieren (Foto: g20-demo.de).
Grenzenlose Beteiligung: "Handgezählt" 76.000 Menschen gingen zum Abschluss des Gipfels auf die Straße, um gegen die Politik der G20 zu protestieren (Foto: g20-demo.de).
15.07.2017
"Grenzenlose Solidarität statt G20!": Zum Abschluss des umstrittenen G20-Treffens in Hamburg sind am 8. Juli noch einmal fast 80.000 Menschen gegen den elitären Club auf die Straße gegangen - darunter auch zahlreiche Gewerkschafter.

Schon zum Auftakt der Großdemonstration war zu spüren, dass dieser Tag anders verlaufen würde, als die beiden Krawallnächte zuvor. Trotz oder gerade wegen der Auseinandersetzungen zwischen militanten Gipfelgegnern und der Polizei, strömten tausende Menschen unterschiedlichster politischer Coleur auf den Deichtorplatz am Hauptbahnhof, um vor allem Eines zu tun: Lautstark politische Kritik am G20-Treffen zu formulieren. Genau die Kritik, die in den 48 Stunden davor zwischen ratternden Hubschraubern, Wasserwerfern und zersplitterndem Glas abhanden gekommen war.

Und so waren es am Ende fast 80.000 Menschen, die Demo-Anmelder Jan van Aken, außenpolitischer Sprecher der LINKEN-Bundestagsfraktion, begrüßen konnte und die nach einer längeren Auftaktkundgebung über Willy-Brandt und Ludwig-Erhard-Straße zum Millerntorplatz zogen. Dass dort bei weitem nicht alle TeilnehmerInnen Platz fanden, hatten sie der regiden Verbots-Politik der Hamburger Polizeiführung zu verdanken, denn eigentlich hatte van Aken das Heiligengeistfeld als Ort der Abschlusskundgebung angemeldet.

Sowohl am Hauptbahnhof, als auch auf dem Millerntorplatz erneuerten zahlreiche RednerInnen ihre Kritik an der Politik der G20. Unter anderem sprachen

Sie alle werfen den Vertretern der großen Industrienationen vor, durch Waffenexporte und Militärinterventionen Kriege in aller Welt anzuheizen und Flüchtlingskrisen auszulösen, die ungerechte Weltwirtschaftsordnung zu stützen und die Hauptverantwortung für den Klimawandel zu tragen. Außerdem sei das Konstrukt der G20 demokratisch nicht legitimiert und extrem ineffektiv: So ließen sich die Ergebnisse, die die 6.000 GipfelteilnehmerInnen (!) in Hamburg erzielten, problemlos in einer 20minütigen Telefonkonferenz erreichen - zumal die Abschlusserklärung des Treffens wie üblich schon vor Beginn der Beratungen geschrieben wurde.

Mit "handgezählt" 76.000 TeilnehmerInnen war "Grenzenlose Solidarität statt G20" eine der größten Demonstrationen, die die Hansestadt je erlebt hat und die größte überhaupt seit Anfang der 80er Jahre. Auch zahlreiche GewerkschafterInnen waren am 8. Juli in Hamburg auf der Straße, allen voran die Gewerkschaftsjugend. Bereits vor Beginn der Gipfelwoche hatte der DGB Region Nord - zusammen mit zahlreichen Umwelt- und Sozialverbänden - zu einer "Protestwelle" mobilisiert, an der sich ebenfalls rund 25.000 Menschen beteiligten. Die Hansestadt hat rund um das Treffen der G20 also nicht nur eine Gewalteskalation erlebt, sondern auch eine gigantische politische Mobilisierung für weltweite Solidarität.

Olaf Harning



Als Beitrag zur (überaus wichtigen) Aufarbeitung der Gewaltexzesse vom 6. und 7. Juli 2017 hier eine Zusammenstellung von Links:

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